Der Sand am Strand, woher kommt er, wohin geht er?

 

Oftmals bringen Flüsse den Sand an den Strand. Darauf kann sich aber das flusslose Mallorca nicht verlassen. Auf der schönsten Insel der Welt kommt der Sand vom Meer.

Ganz feine Staubteilchen verschwinden im Meer und die etwas gröberen werden an Land gespült. Was ist jetzt fein und was ist grob? Ab exakt 0,063 mm Durchmesser erreicht der Sand den Strand.

Dabei gibt es eine Regel. Je steiler der Meeresboden abfällt, desto gröber muss der Sand sein, um liegen zu bleiben. Das beste Beispiel ist der Es Trenc Strand mit seinem, an Puderzucker erinnernden Sand. Da bleibt die Badehose noch lange trocken, wenn man ins Wasser geht.

Dabei sind die Strände auf unserer Insel immer in Bewegung. Je nach Wind und Wellen werden diese breiter, tiefer, größer… oder umgekehrt. Strände wachsen oder schrumpfen, das ist ganz normal.

Aus diesem Grund ist die Erhaltung der Seegraswiesen auch so wichtig. Sie schützen die Strände der Insel vor dem Meer. Darum werden die Reste des Seegrases im Winter auch nicht von den Stränden entfernt. Diese Maßnahmen gehören zum Küstenschutz, auch wenn es nicht schön aussieht.

Bleibt noch zu klären, wohin der Sand wieder verschwinden kann.
Professor Jaume Servera bekam im Jahre 2003 einen ungewöhnlichen Auftrag. Er sollte feststellen, wieviel Sand ein normaler Tourist an einem Tag, ohne es zu wissen, vom Strand wegträgt. Nämlich in seinen Schuhen, in seinem Handtuch und in seiner Badehose.

Dazu schickte er Frau und Kinder zwei Monate täglich an den Strand und nahm anschließend alle Gegenstände genau unter die Lupe. In diesem Versuch stellte sich heraus, dass jeder Besucher am Tag ca. 30 Gramm Sand unbewusst vom Strand entfernt.

Das sind erschreckende Zahlen. Allein an der Playa de Palma sind das mehr als 80 Tonnen in einer Saison. Aber Mallorca hat ja mehr als die Playa, nämlich mehr als 200 Strände, die davon betroffen sind. Dazu ist aber noch nicht das illegale Entwenden von Sand als Andenken hinzugerechnet.

Jetzt kommt die Wichtigkeit des Seegrases ins Spiel. Das Poseidongras bildet auch neuen Sand. Ein Quadratmeter Gras bringt täglich 100 Gramm Sand zurück zum Strand. Somit gleicht ein Quadratmeter Gras den unfreiwilligen Sandraub von 3 Touristen täglich aus. Nicht viel, aber immerhin etwas.